Abschlusstour des ADFC mit anschließendem Essen.

 

„Wie, der Sommer ist schon vorüber ?“ , mögen viele von uns gesagt haben als der Tourenkalender sie zu einer Abschlussfahrt  am 7. Oktober des Jahres 2012 einlud. Verständlich ; denn vor lauter Klagen über den verwehten und verregneten Sommer sind die Monate im Sauseschritt an uns vorüber gezogen.

Aber heute, so der Grundtenor unserer tapferen Radler, wollten wir dem Wetter trotzen und zum letzten Male in diesem Jahr mit unserem Fahrrad Spaß in und an der Natur unserer engeren Heimat haben!

Optimismus wird immer belohnt! Um 07.00 Uhr wurden wir zwar von heftigen Regenschauern geweckt, doch dann wurde es über uns immer blauer. Die Kaltfront war durch und tupfte ein paar schöne Wolken an den Himmel. Da machte es den erprobten Radlern auch nichts aus, dass eine steife Brise aus Nordwest ihre Gesichter mit frischen Farben verschönte.

Drei Freunde aus Bremerhaven, darunter natürlich unsere kernige Sabine, waren extra angereist. Dazu brachte Werner von See seinen körperlich behinderten Enkel im Spezialrad mit. Um es gleich vorweg zu sagen, dieser Niklas hat uns mit seinem Durchhaltevermögen und der offensichtlichen Begeisterung in Erstaunen gesetzt. Wir waren stolz auf ihn und auf das  Gefühl, dass wir ihm eine solche Freude bescheren durften.

An der Bahn entlang gelangten wir nach Gudendorf und verfolgten die dortige Marinebahn, bis eine Querstraße uns in die Heide und dort nach einem Aussichtsturm führte. Hier die erste Pause mit erhöhtem Ausblick auf die hügelige Heide, den grünen Wiesen und dunkelgrünen Forsten und vor allen Dingen auf die Rinderherde. Leuchtende Farben, so klar, so norddeutsch, es war schon ein erhebender Anblick. Die Fahrradgruppe schlängelte sich durch die sandigen und feuchten Wege, bis uns die Kreisstraße aufnahm und über Berensch an die windige Küste brachte. Gehalten wurde am Grenzstein aus dem 15. Jahrhundert, der das Eigentum der Stadt Hamburg von dem des Erzbischoftums Bremen trennte. Die Wappen, die Kompassrose, und das Peilloch waren in dem Sandstein noch gut zu erkennen. Gegen den Wind  musste sich behauptet werden, doch als Behrend uns an einem verwilderten Gehölz halten ließ, wussten wir, hier erwartet uns etwas Besonderes. Richtig, er führte uns indianermäßig durch einen Urwald und hielt vor einem Seemannsgrab, das die Bauern dieser Gegend 1864 einem angeschwemmten Fischer errichtet hatten. Bis heute wird der Grabstein gepflegt. Ringelnatz ist hier mehrere Male des nachts vorbei gestiefelt und beschreibt dabei, welche Schauer er dabei empfunden hat. Das hat ihn zu dem gruseligen Gedicht „Seemannstreue“ gebracht, das Behrend auswendig aufsagt. Die frisch angenagten Knochen eines blutigen Hasens am Grab erhöhen das schaurige Gefühl. Pause am Melkhus, und dann ging es unter Windschutz durch den Wernerwald. Wer ging uns dabei verloren ? Werner und Niklas ! Man beginnt sich Sorgen zu machen und schickt Brigitte los. Die war denn auch bald verschwunden, also sucht ihr Mann Werner sie. Bevor Behrend auf diese Weise den Rest seiner Truppe verliert, ruft er Werner auf UKW zurück. Und siehe, Brigitte taucht auch wieder auf, und Werner nebst Niklas spleissen sich irgendwo auch wieder ein! Wo war Werner abgeblieben ? Er hatte am Wegesrand Pilze entdeckt und vor lauter Begeisterung die Gruppe vergessen. Guten Appetit, lieber (!) Werner! Entlang des Baches verfolgen wir den Pastor-Drägert-Weg und treffen gegen 12.45 Uhr im Schützenhaus in Brockeswalde ein. Mit geröteten Gesichtern bestellen wir unsere Getränke und das gute Essen und haben das Gefühl, dies sei heute ein schöner Jahresabschluss gewesen! Auf zum neuen Fahrradjahr!

Behrend

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