Radtour nach dem Heimatmuseum in Geversdorf und dem Rittergut
Niendieck

 

Gefreut hatten wir uns schon lange auf diese Tour, führte sie doch an hübschen Wegen entlang zu interessanten Zielen. Zum Glück wurde uns ein Wetter beschert, von dem wir noch lange schwärmen werden. Temperaturen um 28 Grad mit einem blauen Himmel und einer stetigen, erfrischenden Brise. Man durfte nicht stehen bleiben und sich dem Schwitzen hingeben, sondern musste sich auf das Fahrrad setzen und von dem Nordwestwind umfächeln lassen. So sind wohl die ungewöhnlichen Kilometerleistungen von allen Teilnehmern zu erklären.

Doch auch wenn der Regen kübelweise vom Himmel geschüttet wäre, Jeltjes Lächeln hätte allen von uns Sonne ins Herz gebracht. Und so war denn auch die Stimmung unter uns, fröhlich, ausgelassen und erwartungsvoll. Oft wechselten Fahrradfahrer ihre Position, um mit anderen sich auszuklönen

In Otterndorf am historischen Rathaus stießen weitere Leute zu uns, darunter unsere alten Freunde Vera und Wolfgang von der damaligen Reise durch die Mecklenburger Seenplatte. Gnadenlos zog uns Jeltje um die Belumer Schleife am Ostedeich voran, radelte nach Neuhaus und an den alten Kapitänshäusern vorbei zur Oste an den Jachthafen, wo unser alter Freund Willi bereits am Pavillon auf uns wartete und alle wieder prächtig unterhielt. Tschüüs Willi, Jeltje ist bereits losgefahren! Wir folgen ihr und dem Ostedeich und stehen bald vor dem alten Rathaus, das Freiwillige mit viel Mühe und Liebe zu einem Heimatmuseum umgewidmet haben. Man erfährt, wie Fischerei, Landwirtschaft, Seefahrt, Marine und die Werft Dodegge das Leben hier einst geprägt haben. Besonders beeindruckten uns die Werkzeuge, mit denen man Landwirtschaft betrieb oder im Haushalt Butter schlug und die Wäsche reinigte. Mancher von uns konnte sich daran noch gut erinnern! Man ist nicht nur Zeitzeuge, sondern demnach auch ganz schön gealtert! Doch jung und frisch folgten wir Jeltjes Kommando und radelten ein paar Kilometer weiter zum Rittergut Niendieck. Dieses war ab dem 16. Jahrhundert Sitz der Familie von Katte, genau die gleiche wie damals während der Altmarktour und auch wiederum die der dazugehörige Katte, der Kronprinz Friedrich zur Flucht verhelfen wollte und daher im Beisein des Prinzen hingerichtet wurde. Heute ging es aber friedlicher zu, Kaffee, Torte und Kuchen wurden herein gebracht und unter lautem Erzählen vertilgt. Jeltje und zwei weitere Damen bemühten sich viele Minuten mit dem Abzählen der Teilnehmerzahl. Nach 20 Minuten schien festzustehen, es waren 33 Leute anwesend. Vermutlich hatte man Behrend hinter seinen drei Torten und vier Butterkuchen übersehen! Nach der Fütterung der Raubtiere sah man endlich die vielen schönen, alten Möbel und Bilder.

Jeltje blies unbarmherzig zum Rückzug, ich kenne mindestens einen Teilnehmer, der gerne noch mehr gefuttert hätte! Auf dem Rückweg hatten wir die Brise leicht gegenan.  Sahne, Zucker und Teig gaben den Beinen Kraft und Ausdauer, und die brauchten wir auch; denn unsere unnachgiebige Anführerin blies zur Attacke und machte erst an den Seen von Otterndorf Pause. Eislutschen und sonstige Erleichterung waren angesagt. Der Rest der Reise ging parallel zum Deich und an Altenbruch vorbei in die Stadt Cuxhaven. Ende gut alles gut! Oder? Hatten unsere Kilometerzähler wegen der Hitze Schnelldurchlauf und zeigten zum Schluss 90 km statt der versprochenen 65 an? Aber, es war ein wunderschöner, harmonischer Tag. Danke an Jeltje, danke an die prächtigen Teilnehmer!

Behrend

 

 

© 2018 ADFC Cuxhaven