Grünes Licht für

Buchtradweg

 

Fachbüro soll darüber hinaus einen Masterplan für den Radverkehr in der Stadt erarbeiten / 200 000 Euro stehen dafür bereit

 

Von Thomas Sassen

cuxhaven.

Mit Sympathiekundge­bungen und ein paar politischen Be­schlüssen ist noch nicht viel erreicht. Der Weg zur fahrradfreundlichen Stadt wird ein Langer sein. Diese Er­kenntnis hat sich bei den Mitglie­dern des Arbeitskreises Radverkehr, die sich am Dienstag zum fünften Mal im Rathaus trafen, um ein ent­sprechendes Konzept für den ver­besserten Radverkehr in Cuxhaven zu erarbeiten, inzwischen herumge­sprochen.

Im Vordergrund stand diesmal die schwierige Verkehrssituation in der Grimmershörnbucht. Die Pla­nung für eine Umfahrung des Bo­jenbades durch einen alternativen Radweg, auf den sich Verwaltung und Deichverband bereits ver­ständigt haben, fand nach einge­hender Diskussion eine Mehrheit im Arbeitskreis. Zu einem Drittel will sich der Deichverband an den Kosten von 200 000 Euro für das 413 Meter lange und vier Meter breite Teilstück beteiligen.

Öffnung Nordersteinstraße

Der Arbeitskreis besteht aus Ver­tretern von Stadt. Landkreis. Poli­zei und anderen Institutionen so­wie Parteien und einigen Privat­leuten, die beruflich mit dem The­ma Radverkehr zu tun haben. Die Leitung hat Cuxhavens Baudezer­nent Martin Adamski. Der be­mühte sich, einer Enttäuschung unter den Freunden des Radfahrens zu begegnen, die bereits mehr Fortschritte erwartet hatten. Abgesehen von ein paar wenigen

Sofortmaßnahmen wie der Öff­nung der Nordersteinstraße für Radfahrer außerhalb der Ge­schäftszeiten schlage sich der von der Politik initiierte neue Kurs bisher hauptsächlich in Planungs­maßnahmen nieder. Deren Um­setzung werde noch einige Zeit dauern, könne dann aber auf der Basis eines Masterplans in Form eines umfassenden Mobilitätskonzeptes mit dem Schwerpunkt Radfahren  und  ÖPNV verfolgt werden. Es soll, so erklärte Ver­kehrsplaner Thomas Hasse, von einem Fachbüro in Zusammenar­beit mit dem Arbeitskreis erarbei­tet werden.

Im Wesentlichen werde es da­rum gehen, ein Hauptradroutennetz festzulegen, aus dem sich Maßnahmen wie der Bau neuer Radwege. Lückenschlüsse oder Verbesserungen von Verbindun­gen ableiten lassen. Der Arbeits­kreis bildet den runden Tisch, an dem alle zuständigen Verkehrs­träger zwecks Abstimmung der Maßnahmen beteiligt sind. Der Landkreis ist schon einen Schritt weiter. Fachleute haben dort ei­nen Radwegebedarfsplan erarbei­tet, der in eine Prioritätenliste für Radwegebau münden wird. Neun Abschnitte sind ganz oben auf der Dringlichkeitsliste gelandet. Zum Bedauern der Stadt Cuxhaven lei­der nicht der gewünschte Radweg zwischen Altenwalde und Holte Spangen. Dringender Bedarf wird dagegen von den Fachleuten an der Kreisstraße zwischen Flögein und Bad Bederkesa erkannt. Die Kosten für den rund drei Kilome­ter langen Abschnitt liegen bei rund 1.2 Millionen Euro. Auf Platz vier der Prioritätenliste ist die Kreisstraße 4 zwischen Alten­bruch und Wehldorf gelandet.

Im Stadtgebiet wird es einen kleinen Fortschritt geben, wenn kommenden Herbst die Brockeswalder Chaussee für 800 000 Euro eine neue Asphaltdecke erhält. Dann soll in Höhe der Kreuzung nach Sahlenburg und beim Pastor-Drägert-Weg eine mobile Querungshilfe installiert werden.

 

 

 

 

Demo für die Fahrradstadt Cuxhaven

CN ruft die Radler auf / Treffen auf Kaemmererplatz

Für den kommenden Freitag, 11. August 2017 von 15 bis 17 Uhr, ruft unsere Zeitung die Radfahrer in Cuxhaven zu einer Demo auf. Mit einem Fahrrad-Flashmob auf dem Kaemmererplatz sollen sie ein Signal für die Fahrradstadt Cuxhaven setzen.

Die CN setzten darauf, dass viele Menschen mit ihren Rädern an der Aktion teilnehmen. Die CN haben in den vergangenen Wochen in der Serie „Rauf aufs Rad“ die Chancen und Probleme der Förderung des Radverkehrs in Cuxhaven eingehend erörtert. Über viele Jahre hatte das Thema lediglich eine untergeordnete Bedeutung. Deshalb fehlen an vielen Straßenabschnitten Radwege. Deshalb sind Radlerstrecken oft in einem schlechten Zustand. Deshalb hat der Autoverkehr in Cuxhaven überall Vorrang. Deshalb fehlt es an Fahrrad-Infrastruktur wie etwa genügend Abstellplätzen oder Fahrradstraßen. Insofern gibt es gute Gründe, für eine Fahrradstadt in die Pedale zu treten und an der CN-Aktion teilzunehmen.

Das hatte auch der Fahrrad-Klimatest 2016 des ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrradclub) gezeigt. Hier belegte Cuxhaven im Städtevergleich nur einen Platz im Mittelmaß – obwohl die Stadt mit ihrem „grünen“ Image, mit guter Luft und ihrer Nähe zur Natur wirbt. Der Flashmob ist bei guter Beteiligung ein deutlicher Hinweis an Stadtverwaltung und Kommunalpolitik, mehr für die Fahrradförderung zu tun.

Immerhin bekennen sich die Verwaltung und die Ratsmehrheit inzwischen dazu, den Radverkehr in Cuxhaven voranzubringen. Der Etat für die Modernisierung der Infrastruktur soll aufgestockt werden. Und es sollen auch Mittel zur Verfügung gestellt werden, um externe Fachbüros damit zu beauftragen, ein Fahrrad-Konzept zu erarbeiten.

Die Teilnahme am Flashmob soll sich lohnen. Wer Lust hat, beteiligt sich an einem Gewinnspiel (siehe Anzeige unten). Es gilt, drei Fragen auf dem unten stehenden Coupon richtig zu beantworten. Der Coupon kann zum Flash-Mob mitgebracht werden und landet hier in einer Lostrommel. Als Hauptpreis gibt es ein Fahrrad zu gewinnen. Weitere Preise sind zwei Fahrradhelme, vier Klingeln sowie zwei Halterungen für E-Bike-Akkus, die das Geschäft Rad&Tour zur Verfügung gestellt hat.

Jeder Teilnehmer an der Demo erhält zudem ein kostenloses Getränk. Die Cuxhavener Nachrichten haben außerdem einen Aufkleber drucken lassen mit dem Motto „Meine Fahrradstadt Cuxhaven“.

Auf einem Info-Stand auf dem Kaemmererplatz sind am Freitagnachmittag der ADFC sowie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) vertreten. Beide Organisationen sprechen sich vehement für eine deutlich stärkere Förderung des Radverkehrs in Cuxhaven aus - mit Beteiligung von externen Fachleuten. Andere Städte vergleichbarer Größenordnung sind bereits deutlich weiter.

 

 

 

 

 

© 2018 ADFC Cuxhaven